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Menuisier Surfboards

WOODEN SURFBOARDS MADE IN SENEGAL

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Menuisier Surfboards im Tages-Anzeiger

«Wir entwickeln einfache Baupläne für Surfbretter»

Die Studenten Leandro Destefani und Dario Zadra haben in Senegal lokalen Schreinern die Produktion von Surfbrettern ermöglicht.

Sie kommen gerade von einem Projekt in Senegal zurück. Was haben Sie da konkret gemacht?
Mein Projektpartner Dario Zadra und ich haben in Dakar mit einheimischen Schreinern eine Methode entwickelt, um mit lokalen Ressourcen Surfbretter herzustellen, die für die Senegalesen auch bezahlbar sind.

Hat es funktioniert?
Ja. Die Ziele, die wir uns gesteckt haben, wurden erreicht. Ein Surfbrett ist kompliziert aufgebaut. Wir haben eine einfache Bauanleitung entwickelt, die jeder Schreiner vor Ort selbst umsetzen kann. Am Schluss ist ein funktionsfähiges Surfbrett entstanden.

Aus was bestehen die Bretter?
Es sind Holzsurfbretter mit einer Hohlkonstruktion. Die Idee war es, Holz aus der Umgebung zu benutzen – dieses ist eigentlich vorhanden. Das wurde uns aber nicht zur Verfügung gestellt. Die Schreiner benutzen importiertes Holz der Elfenbeinküste.

Senegal ist im Vergleich zu anderen westafrikanischen Ländern ein stabiler und entwickelter Staat. Weshalb dieses Land?
Gleich das Extrem zu suchen, empfanden wir nicht als vorteilhaft. Die Thematik der Entwicklungszusammenarbeit ist sehr kompliziert und braucht unserer Meinung nach viel Erfahrung und Zeit. Kenntnisse auf dem Gebiet hatten wir noch keine, und der zeitliche Rahmen war sehr beschränkt. Wir arbeiteten insgesamt sieben Wochen in Dakar. Deshalb wollten wir uns erstmals an das Thema herantasten.

Sind denn Surfbretter das, was die Senegalesen am meisten brauchen?
Weshalb sollte Surfen der westlichen Bevölkerung vorbehalten sein, wenn die geografischen Gegebenheiten in Senegal es erlauben? Die Idee ist, dass lokale Schreiner durch eigene Lösungen ihren Teil zur wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung beitragen können. Was die Senegalesen am meisten brauchen, ist eine Perspektive.

Wie reagierten die lokalen ­Schreiner auf das Projekt?
Wir glauben, Begeisterung und grosses Interesse ausgelöst zu haben. Aber vor allem sind Diskussionen entstanden. Es ging uns nicht darum, den Schreinern vorzuschreiben, wie sie zu arbeiten haben. Vielmehr wollten wir ihnen bewusst machen, was sie alles für Möglichkeiten haben. Anstatt zu bestimmen, wollten wir etwas gemeinsam erarbeiten. Das Know-how und die Infrastruktur sind grundsätzlich vorhanden.

Wie können Sie sicher sein, dass die Erfolge auch nachhaltig sind?
Das kann man wohl nicht. Das Projekt ist aber noch nicht abgeschlossen – wir werden es weiterhin unterstützen und versuchen, allfällige auftretende Probleme wiederum gemeinsam anzugehen. Ausserdem ist eine Menge Potenzial zur Weiterentwicklung vorhanden.

Inwiefern?
Wir möchten die Baupläne weiterentwickeln und diese allen Senegalesen online zur Verfügung stellen. Wir sind weiterhin in Kontakt mit den Schreinern.

(Tages-Anzeiger)
(Erschienen: 17.05.2014, 08:36 Uhr)

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